Die Geschichte des Flamencos

Flamenco steht für viele für die Musik Spaniens - es ist ein populäres Kunstgenre aus Andalusien, das sich aus drei Bestandteilen zusammensetzt: dem Tanz, dem Gesang und der Gitarre.

Während man Flamenco außerhalb Spaniens meistens mit Tanz in Verbindung bringt, ist für die Spanier und die Flamencos selbst aber der Gesang, der „cante“, das Wichtigste. Die rauen, orientalisch anmutenden Klänge wurden ursprünglich unbegleitet vorgetragen und stammen von den „Gitanos“, den andalusischen Roma, ab, die dadurch ihre Gefühle von Lebensfreude, aber auch von Verzweiflung und Wut ausdrückten.

Das Gitarrenspiel wird „el toque“ genannt und lässt sich bis in das 16. Jahrhundert zurückverfolgen, wo es öffentliche Auftritte begleitete. Bei privaten Festen wurde der Gesang nur von Tönen begleitet, die man mit dem Körper erzeugen kann, wie zum Beispiel das Klatschen, auf den Tisch klopfen oder das Fingerschnalzen. Die Begleitung der Gitarre, die mittlerweile eine eigenständige und komplizierte Kunst ist, begann sich erst 1850 durchzusetzen.

Die Gitarre war ursprünglich nur ein Begleitinstrument, da die Stimmen der Sänger aber teilweise sehr kraftvoll und laut waren, war die Gitarre meistens zu weich. Hinzu kam die „taconeos“, die perkussive Fußarbeit, die die Gitarrenklänge oft untergehen ließ. Durch den Bau der Flamenco-Gitarre mit ihren starken, hohen Tönen wurde dieses Problem behoben. Sie hat ein hohes Volumen in den mittleren Frequenzen, fast keinen Bass und eine sehr kurze Abklingzeit, außerdem reagiert sie durch ihre Leichtigkeit und die dünnen Wände sofort.

Der Tanz, der „el baile“ genannt wird, war lange Zeit Frauensache und gewann vor allem in der Zeit der „cafés cantantes“, den speziellen Flamenco-Lokalen, von 1850 bis 1936 Bedeutung. In diesen Lokalen wurde der Gesang mit Gitarren-Begleitung und Tanz vorgeführt, was den Flamenco in seiner heutigen Form international populär machte.